5. Etappe Newtonmore – Tamintoul am 28.Juni 2017

Strecke: Newtonmore (Trail 7) – Kingussie (Trail B970) – Feshiebridge (Trail U2094) – Loch Morlich (Trail U3102) – Tamintoul

Übernachtung: Richmond Hotel

Wer gestern Abend beim Kochen und Spülen schon geholfen hatte, durfte sich heute an einem reich gedeckten Frühstückstisch mit herrlich duftendem Kaffee gemütlich niederlassen. Toast, Butter, Gurken, Tomaten, Schinken, schottischer Käse, diverse Marmeladen und sogar ein großes Glas Nutella standen auf der Tafel für uns bereit.

Nachdem wir die letzten Whiskyspuren vom Vorabend mit Kaffee hinuntergespült hatten, berieten wir uns über den heutigen Streckenverlauf. Unser Guide Peter hatte für heute gleich drei Flußdurchquerungen angekündigt. Sollten wir uns darüber grämen und Sorgen machen, oder eher auf schottische Art herangehen: über die ursprüngliche und wilde Natur freuen, Schuhe ausziehen und einfach durchwaten? Angesichts des zu erwartenden guten Wetters und der damit einhergehenden niedrigen Wasserstände entschlossen wir uns für die schottische und eher unbekümmerte Vorgehensweise.

Prima, los ging’s! Die MäRe Crew durfte heute mit Vorsprung starten, während die Männer die Küche schrubbten.

Wieder ging es durch die bezaubernde Heidelandschaft, vorbei an wilden felsigen Flußläufen, die Hügel auf und ab. An der einen oder anderen Stelle wunderten wir uns, ob wir Schottland verlassen hatten und plötzlich in Schweden oder Kanada sind, so üppig belohnte uns die Natur mit ganz unterschiedlichen landschaftlichen Eindrücken.

Breitere Wege und engere Pfade führten uns fast trockenen Fusses bei leichtem Sonnenschein über die ersten harmlosen Bachläufe, bis uns schließlich unser Guide Peter entgegenradelte und uns zur eingeplanten Kaffeepause begleiteten wollte. Heute hatten wir auch die ersten Defekte zu beklagen. Erst hatte Heike einen Platten, den die heute in der MäRe Crew extra mitgefahrenen Männer Mühli und Alban schnell reparierten und später trafen wir wieder auf die Männergruppe, da Ali’s Kette gerissen war und beide Kettennieter in der MäRe Crew waren. Schnell konnten wir auch diesen Schaden beheben und uns auf die Kaffeepause freuen. Loch Morlich heißt der See an dem das Café inmitten eines weißen Sandstrandes liegt. Hier war es wie im Strandurlaub auf Sylt. Junge Surferinnen und Surfer nahmen erste Stunden, andere Leute grillten Fleisch am Strand, wieder andere genossen einfach das schöne Wetter und wir aßen Kuchen und tranken Kaffee.

Nach der herrlichen Pause am Strand ging es auf den schwierigeren Schlussteil der Strecke. Wir hatten noch einen Pass zu überqueren und ansonsten fehlte uns noch eine Flussüberquerung. Jetzt konnten wir zeigen, dass wir etwas drauf haben auf dem Mountainbike. In der phantastischen weiten Landschaft wurden die Wege immer enger bis wir uns nur noch auf steinigen Trails in mitten einer blühenden Heidelandschaft bewegten die atemberaubend war. Auf der Fahrt über die engen Pfade der Heide bekamen wir zusätzlich noch eine kostenlose Unterschenkelmassage von Heidekraut und Heidelbeer-Sträuchern. Auch die Abfahrt vom Pass absolvierten wir gut und der unendlich weite Ausblick faszinierte weiterhin. Nach einigen Wildgattern und kleinen Bachüberquerungen erreichen wir die letzte Hochebene vor unserem Ziel in Tamintoul. Von hier bogen wir an einem Bach nach links vom Hauptweg ab und dieser Bach schlängelte sich vor uns dahin. Die Sache dabei war, dass der Weg aber eher gerade verlief und wir den Bach dauernd überqueren durften. Wer macht denn sowas? Aber auch das Bachbett-Hopping hatte sich bald erledigt, da wir uns wieder vom Bach entfernen mussten und dabei lediglich noch über einen Zaun zu klettern hatten. Dann waren wir wieder auch einem Hauptweg, der schnurstracks nach Tamintoul führte. Hier sahen wir bald den Transporter unseres Tourenquides Peter und auch das Hotel.

Übrigens bewältigte die MäRe Crew heute die identische Strecke wie die Männer und waren dabei kaum langsamer. Ein Toast auf die Mä und den Re.

Das Richmond Hotel, beherbergt heute nicht nur 15 Velofreunde, sondern in seiner Bar außerdem eine Auswahl an 120 Whiskysorten. Werden wir alle probieren? Die Auflösung dazu gibt’s morgen…