2. Etappe Glenelg – Annat am 25.Juni 2017

Strecke: Glenelg (Trail C1223) – Morvich (Highland Trail 550*) – Dornie (Eilean Donan Castle) – Attadale – Loch Dughaill – Annat www.highlandtrail.net

Übernachtung:   Torridon Inn 

Beim üppigen Frühstücksbuffet wurden nochmals die Erlebnisse des gestrigen Tages verarbeitet aber auch besprochen wie die heutige Etappe verlaufen würde und welche alternativen Routen es im Notfall geben könnte. Auch unser Guide Peter kam dazu und erläuterte an welchen Punkten der Strecke er mit dem Transporter stehen würde um uns zu versorgen oder auch die Möglichkeit zu bieten einfach einzusteigen und den Rest der Strecke zu fahren. Das Wetter war gut die Strecke zunächst recht einfach also starteten wir mit neuen Kräften und neuem Mut.

Der erste Teil der Strecke führte zum berühmten Eilean Donan Castle, dem Wahrzeichen unter den schottischen Burgen, welches auch aus diversen Filmen wie Highländer bekannt ist. Um dorthin zu gelangen mussten wir aber erst zwei kleinere Berge überqueren und von Glenelg nach Dornie am Loch Duich zu gelangen an welchem das berühmte Castle gelegen ist. Die Fahrt verlief Dank ruhigen Wetters und asphaltierter Straße bis dahin sehr gut. Schon von weitem konnte man die ins Wasser gebaute Burg sehen. Am Castle selbst fühlt man sich selbst tatsächlich ein paar hundert Jahre in die Zeiten der großen Clans zurückversetzt an die man unweigerlich denken muss. Es ist wirklich beeindruckend wie imposant sich dieses alte Bauwerk von der Kulisse der schottischen Landschaft abhebt aber durch seine Schlichtheit und Schnörkellosigkeit doch wieder mit dieser zu verschmelzen scheint. Kein Wunder, dass zahlreiche Touristen aus aller Welt hierher kommen um das zu sehen. Wenige Meter weiter trafen wir Peter heute zum ersten Mal unterwegs in einem kleinen süßen Cafe um uns dort mit Kaffee und Kuchen zu stärken. Nur kurze Zeit später erreichte auch die Mä-Re Crew das Cafe.

Mit neuer Energie gings auf den nächsten Abschnitt der Etappe. Bald verließen wir die asphaltierte Straße um über einen Trail in das nächste Tal nach Attadale zu kommen. Der Trail wurde immer schmaler und sumpfiger. Eigentlich war es bald kein Trail mehr sondern wir bewegten uns im Bett eines kleinen Baches. Natürlich regnete es auch immer mal wieder und von Fahren konnte auch bald nicht mehr die Rede sein. Der Untergrund war einfach zu steinig und morastig. Natürlich kamen wir auch bald an eine Flussmündung, die zu überqueren war. Die Frage war nur wie? Die Antwort die spontan kam war: „na ja so wie gestern…“ Einige von uns waren aber schon ein Stück Flussaufwärts gegangen und riefen: „Hier ist eine Brücke!“ Die Erleichterung war groß nicht nochmal solch einen Drahtseilakt vollführen zu müssen. Also ging es weiter den Berg hinauf um die Passhöhe zu erreichen. Das Tal in das wir dabei blickten war wunderschön. Auch waren wir nicht alleine. Ein einsamer Wanderer, begleitet von seinem Hund, kam uns entgegen und beide Hund und Herrchen schauten uns verdutzt an. Das einzige was der Mann sagte war: „ I have never seen so many people walking on this trail“… Die sumpfigen Stellen waren teilweise so tief, dass Mensch und Material teilweise Knie- bzw. Radnabentief im Morast versanken. Eine Alpentour in Schottland ist kein Zuckerschlecken. Als wir oben ankamen war eine kurze Rast notwendig.

Für die Schufterei sollten wir aber mit einer richtig guten Abfahrt belohnt werden. Zunächst waren auch hier noch einige Matschlöcher zu überwinden. Eines war so unerwartet tief, dass Geralds halbes Vorderrad darin stecken blieb und ihn sehr unsanft zum unverhofften Stopp brachte. Unten angekommen gönnten wir uns einen Kaffee Togo und nahmen mit Peter Kontakt auf. Die Zeit war so weit fortgeschritten, dass der eigentliche Höhepunkt der Etappe, ein Anstieg auf über 600m mit langer Tragepassage ausfallen musste. Zum Glück gab es eine ähnlich lange Route an der Küste und um den Berg herum, anstelle oben drüber. Diese wollten wir nehmen. In der Zwischenzeit hatte Peter die Mä-Re Crew in den Transporter geladen und alle warteten einige Kilometer weiter auf uns. Das Zusammentreffen der beiden Gruppen nutzten Alban und Maik um sich die letzten Kilometer zu ersparen und stiegen ebenfalls in den Bus ein. Der letztlich ungeplante Teil der Strecke war ein wahrer Augenschmaus. Die Strecke zur Unterkunft „Torridon Inn“ bot unzählige sensationelle Ausblicke. Entsprechend zufrieden waren alle beim Eintreffen am Ziel in Annat.