1. Etappe Fort William – Glenelg am 24.Juni 2017


Strecke: Fort William – Great Glen Tal (National Cycle Route 78*) – Loch Lochy – Invergarry – Loch Garry – Loch Quoich (Trail C1144) – Kinlochhourn – Arnisdale – Loch Hourn (Westküste, Trail C1223) –Glenelg
www.sustrans.org.uk/ncn/map/route/fort-william-to-inverness

Übernachtung: Glenelg Inn

Endlich geht es Los! Pünktlich um 8.00 Uhr fanden wir uns im Frühstücksraum des „Guisachan Guest House“ ein, wobei wir um die Herbergseltern nicht zu überfordern etwas zeitversetzt frühstücken sollten. Zur Auswahl stand Scottish oder Continental Breakfast. Voller Neugierde wie Haggis am Morgen schmeckt wählten die meisten das traditionelle schottische und letztlich exzellente Frühstück. So gestärkt gings auf die Räder und Los.

Die „Mädels- und Rentnergruppe“ (MäRe-Crew) durfte wegen der Streckenlänge das erste Drittel (40km) mit unserem wunderbaren Tourenguide Peter im Transporter fahren. Auf den ersten leicht zu fahrenden Metern machten wir die ersten Erfahrungen mit dem schottischen Wetter: Regenjacke an, Regenjacke aus, Regenjacke an Regenjacke aus usw… Auch die ersten Eindrücke der Landschaft machten richtig Lust auf Mehr. Je näher wir Richtung Westküste kamen und noch einige Hügel zu überqueren hatten, desto stärke blies uns der Wind den Regen waagerecht ins Gesicht. Zum Glück war bis dahin der Weg gut fahrbar was sich aber dann auch noch änderte. Der weibliche Instinkt führte an dieser Stelle die „Mä-Re Crew“ zum Aufwärmen am Holzofen bei Tee, Kaffee und Fruitcake in das einzige Cafe auf weiter Flur.

Jetzt begann der erste Härtetest für Alle. Der Weg wurde steil und steinig. Wir mussten die Räder schieben und das Wasser lief von oben und unten in die Schuhe. Anfangs hatten wir noch ein Auge für die schönen alten Mammutbäume, später verfielen wir in den „einfach nur ans Ziel – Trott“. Nachdem wir erfolgreich den Berg hoch geschoben hatten schoben wir diesen auf der anderen Seite hinunter. Hier holten dann die Männer die „Mä-Re Crew“ ein und über. Nach weiterem Bergabschieben sahen die Mädels, die Männer wieder, leider im Rückwärtsgang. Sie kamen wieder zurück. Was hatte das zu bedeuten? Als die beiden Gruppen wieder vereint waren standen wir völlig durchnässt und mittlerweile frierend an einem Fluss. Über diesen mussten wir drüber, aber es gab weder Brücke noch Steg. Weiter unten war die Strömung zu stark also suchten wir eine flachere Furt weiter oben. Auch hier war nichts zu machen. Ratlosigkeit machte sich so langsam breit. An einer etwas flacheren Stelle nahm sich Markus „Heizer“ Wolf ein Herz und wagte den Gang mit Rad durch die Fluten. Er kam nass aber unversehrt drüben an. Das machte Hoffnung. Weitere Männer folgten und mit dem Mut der Verzweiflung auch die tapferen Mädels. Immerhin war das Wasser knietief und kalt, darüber hinaus war das Flussbett felsig und die Strömung stark. Gegenseitig versuchten wir uns zu sichern und halfen einander uns und die Räder sicher überzusetzen. Geschafft! Glücklicherweise hatte niemand die Nerven verloren, alle waren sehr taff.

Weiter ging unser leidender Kreuzweg über durchnässte Wiesen und durch Bachläufe. Nach einer gefühlten Ewigkeit wurde der Weg besser und man konnte auch wieder halbwegs fahren. Wir waren jetzt bereits 8 Stunden unterwegs, außerhalb jeglicher Zivilisation und ohne Möglichkeit ein Lebenszeichen von uns zu geben. Entsprechend machte sich auch unser Guide Peter Sorgen und fuhr uns mit dem Rad entgegen. Erleichtert waren sowohl er als auch die schnelle Gruppe als beide sich endlich trafen. Hier konnte auch die Information weitergegeben werden, dass Alle wohlauf sind und bald eintreffen werden. Die „Mä-Re Crew“ nutzte erleichtert die Möglichkeit in Peters Shuttle die restlichen 15 „hilly miles“ auf dem Rücksitz des Transporters absolvieren zu dürfen. Die letzten trafen in der Unterkunft gegen 20.00 Uhr mit dem sehnlichsten Wunsch einer heißen Dusche ein. Dieser Wunsch wurde bitter enttäuscht. Wer zu spät kommt, den bestraft der leere Warmwasserspeicher. Dafür waren Pub, Bier und Abendessen klasse und wir waren glücklich die erste Etappe ohne Verluste hinter uns gebracht zu haben.